Kai Kühne meldet sich zu Wort

"Get a life" hinterließ der deutsche Modedesigner beim modepilot-Beitrag über seine Modenschau in Berlin. Nun, das nahm ich mir zu Herzen und rief ihn in seinem New Yorker Atelier an. Wir diskutierten sämtliche seiner Schnitte und Passformen: Pencil Skirts würden auf dem Laufsteg nie gut rüber kommen, rechtfertigt er sich - geschenkt! Darum geht es gar nicht. Viel interessanter ist seine Ausführung über die Abwandlung herkömmlicher Schnitte - diese Lösung nennt er Steak-Arm:

Dass die Schulterpartie hier als nicht gut sitzend erscheint, läge an der Bewegung des Models. Egal. Fitting hin oder her. Was ich seiner Herangehensweise zu Gute halte, ist, dass er neue Wege der Schnitttechnik geht und nicht an Althergebrachten/ Immer-Funktionierendem festhält - siehe die Naht, die sich am Polster durch den Helligkeitsunterschied bemerkbar macht. Kühne möchte der Trägerin eine lässige Eleganz schenken, das tut er. Dass Roland Mouret eine Passform sondergleichen beherrscht, sieht er auch. Doch Kühne hat recht, wenn er sagt, dass man den Jüngeren eine Chance geben muss, wenn sie Neues riskieren. Genau das möchte ich hiermit tun und seinem Vorschlag nachkommen, alle Interessierte auf das Schauenvideo bei Youtube aufmerksam machen.

Kai Kühne, ich finde es großartig, dass Du Kritik (meine war besonders frech) ernst nimmst und ich freue mich auf Deine kommenden Kollektionen.

Foto: modejournalistin/modepilot

Modepilot
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