Viktoria Strehle hat ihren ersten ganz eigenen Store eröffnet
Wenn man bei Google „Häberlstraße München” eingibt, dann erscheint zuerst „Eine erste Orientierung rund um die Themen Schwangerenvorsorge, Geburtsvorbereitung,..”. Zwei Ergebnisse weiter: „Hebammen”. Es scheint, als habe sich die Strenesse-Tochter Viktoria Strehle die richtige Ecke für ihre Kindermodenboutique herausgesucht. Eigentlich handelt es sich um einen kleinen Concept Store. Hier in der Münchner Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt lebt die gelernte Einzelhandelskauffrau auch – mit ihrem Mann und den beiden kleinen Kindern, die vier und sechs Jahre alt sind.
Ich besuche Viktoria Strehle in ihrem Geschäft ein paar Tage vor der Party, zu der sie Freunde und Presse eingeladen hat. Dabei erfahre ich, dass ihr Laden The Girls and the Gang bereits seit Oktober geöffnet ist. Sie wollte aber erst einmal schauen wie es so anläuft, bevor sie ihr neues Baby an die große Glocke hängt.
Jetzt weiß sie, dass ihr Shopkonzept angenommen wird. Denn hier kommt jeder auf seine Kosten, sogar Papa: „Der kann auf der Couch Platz nehmen und bekommt ein Bier”, sagt sie. Trotzdem kann man verstehen, dass Strehle erst einmal vorsichtig war mit der Bekanntmachung. Sie ist für die Erfahrungen, die sie im einstigen Familienunternehmen Strenesse sammelte (heute arbeitet dort kein Strehle mehr), sehr dankbar. Dort war sie für die Leitung der Shops zuständig und weiß: „Wie groß so ein Geschäft sein darf und wie es konzipiert werden muss”. Auch beim Einkauf halfen ihr Erfahrungswerte aus dem Modeunternehmen. Auch wenn es sich jetzt ausschließlich um Kindermode (für Jungs und Mädchen), Schmuck, Taschen, Deko- und Geschenkartikel handelt.
Acht Kindermodemarken sind in ihrem Geschäft vertreten. Das funktioniert platztechnisch nur, weil sie von jeder Kollektion nur genau die Einzelteile heraus pickt, die sie mit anderen kombinieren kann. So bietet sie z.B. den Mädchen-Liebling, das pinkfarbene Tutu, am liebsten zusammen mit einer Jeansjacke mit der Aufschrift "I will change the world" an. Damit macht sie beide glücklich, wie sie sagt: Mutter und Tochter. Der typischen Kundin wäre ein rosanes Tutu sonst zu viel des Klischees. Das klassische Hellblau/Rosa-Programm mag sie nicht. „Alles, was Du hier siehst, gefällt mir persönlich auch richtig gut,” versichert Strehle. Ich glaube es ihr sofort:
Viktoria Strehle steht von Montag bis Freitag selbst im Laden. Samstags ist geschlossen. Was ihre Kundinnen, die Mütter, am liebsten kaufen würden, entspricht keiner klassischen Marktforschung, sondern einer wirklich verlässlichen: Jahrelang hat Strehle in ihrem Viertel beobachtet, dass Nachbarinnen und andere Mütter, mit denen sie sich im Kindergarten oder auf dem Spielplatz austauschte, einen ähnlichen Geschmack und Anspruch haben. „Hier verlässt keiner den Laden, ohne etwas gefunden zu haben,” sagt sie. Auch ich, aus einem anderen Münchner Viertel kommend, kann mich nicht entscheiden: der Armschmuck aus Glasperlen, die Federkrone (eigentlich für Mädchen) oder beides... ? Das Schmucksegment ist für Erwachsene zusammengestellt: Handgefertigtes aus Afrika, Berlin und Portugal.
Es sind größere und kleinere Marken, die sich mit Strehle auf das Experiment, nur wenige Teile einer Kollektion zu verkaufen, einlassen. Sie vertrauen ihr. Tatsächlich wirkt das Sortiment so rund und geschmackvoll, dass man sich als potentielle Kundin (meine Patentochter wird 3) zu hundert Prozent gut aufgehoben fühlt.
The Girls and the Gang (die „Gang” steht für die Jungs)
Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr
Häberlstraße 6, 80337 München
089/54314482, www.thegirlsandthegang.com
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Photo Credit: Viktoria Strehle, Modepilot
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